19 May 2026
Überprüfung des GlüStV 2021: Mögliche Anpassungen am deutschen Glücksspielmarkt bis Ende 2026

Im Mai 2026 laufen die Beratungen zur turnusmäßigen Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 auf Hochtouren, denn die Frist für einen Abschlussbericht endet am 31. Dezember 2026, während Beobachter genau verfolgen, wie sich strenge Vorgaben auf den regulierten Markt auswirken. Experten aus der Branche und Vertreter der Länder analysieren seit Monaten, ob die festgelegten Limits wie ein maximaler Einsatz von einem Euro pro Spin bei Online-Slots, eine vorgeschriebene Verzögerung von fünf Sekunden zwischen den Drehungen, eine monatliche Einzahlungsobergrenze von 1000 Euro sowie eine Steuer in Höhe von 5,3 Prozent auf den Einsatz die Attraktivität lizenzierter Produkte spürbar einschränken und gleichzeitig die Margen der Betreiber reduzieren.
Die zentralen Regelungen des GlüStV 2021 im Überblick
Der Staatsvertrag, der seit 2021 die Rahmenbedingungen für Online-Glücksspiele in Deutschland festlegt, verfolgt das Ziel, Spielerschutz und Kanalisierung in Einklang zu bringen, doch Zahlen aus dem Markt zeigen, dass die Kombination aus Einsatzbeschränkungen und zeitlichen Vorgaben viele Nutzer in den unregulierten Bereich treibt. Forscher haben in ersten Analysen festgestellt, dass die Kanalisierungsrate deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt, weil Spieler auf Plattformen ausweichen, die weder die Einzahlungslimits noch die Einsatzsteuer einhalten und dadurch flexiblere Bedingungen bieten können.
Auswirkungen auf Betreiber und Spieler
Betreiber mit gültiger Lizenz berichten von sinkenden Umsätzen, während die Steuer auf den Bruttospieleinsatz die ohnehin begrenzten Margen weiter schmälert und gleichzeitig die Attraktivität der Angebote gegenüber dem Schwarzmarkt verringert. Untersuchungen aus dem Jahr 2025 haben ergeben, dass ein erheblicher Teil der Spielaktivität auf nicht lizenzierte Seiten abwandert, weil dort weder die fünfsekündige Spin-Verzögerung noch die monatliche Einzahlungsgrenze greifen und somit ein ungehindertes Spielerlebnis möglich bleibt.

Was besonders ins Auge sticht, ist die Tatsache, dass die Kombination aus Steuer und Limits nicht nur die Betreiber belastet, sondern auch die Spieler dazu bewegt, Alternativen zu suchen, die weder Alterskontrollen noch verantwortungsvolle Spieleinschränkungen durchsetzen. Daten aus Branchenberichten deuten darauf hin, dass die Kanalisierungsquote in manchen Segmenten unter 50 Prozent liegt, was die ursprünglichen Ziele des Staatsvertrags in Frage stellt und die Notwendigkeit für gezielte Nachjustierungen unterstreicht.
Erste Signale für mögliche Anpassungen
Im Zuge der laufenden Überprüfung zeichnen sich bereits erste Überlegungen ab, die entweder eine moderate Erhöhung der Einsatzlimits bei Slots oder einen Wechsel von der einsatzbasierten Besteuerung hin zu einer Besteuerung auf Basis des Bruttospielertrags vorsehen, um sowohl die Wettbewerbsfähigkeit der legalen Anbieter zu stärken als auch die Kanalisierung zu verbessern. Vertreter der Bundesländer und Fachleute aus der Glücksspielaufsicht diskutieren diese Optionen intensiv, während erste Modellrechnungen zeigen, dass ein Wechsel zur Bruttospielertragsbesteuerung die Margen der Betreiber spürbar entlasten und gleichzeitig mehr Spieler in den regulierten Bereich locken könnte.
Internationale Vergleiche mit Märkten wie Kanada oder Australien liefern zusätzliche Anhaltspunkte, denn dort haben ähnliche Reformen der Besteuerung und der Limits zu einer höheren Akzeptanz lizenzierter Angebote geführt, ohne den Spielerschutz zu vernachlässigen. Ein Bericht der Canadian Gaming Association hat beispielsweise gezeigt, wie flexible Einsatzregeln und eine umsatzorientierte Steuer die Kanalisierung nachhaltig verbessern können. Gleichzeitig liefert eine Studie der Europol weitere Hinweise darauf, dass ein Wechsel der Besteuerungsbasis in regulierten Märkten die Schwarzmarktrate senken kann.
Status der Beratungen im Mai 2026
Im Mai 2026 konzentrieren sich die Arbeitsgruppen auf die Auswertung von Marktdaten und Spielerverhalten, um fundierte Empfehlungen für den Abschlussbericht bis Ende des Jahres vorzubereiten, während erste Pilotprojekte in ausgewählten Bundesländern bereits testen, wie sich moderate Anpassungen der Spin-Limits oder der Steuerstruktur auf die Akzeptanz auswirken. Beobachter aus der Wissenschaft und der Praxis betonen, dass eine ausgewogene Reform sowohl den Schutz der Spieler als auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit der lizenzierten Anbieter sichern muss, damit der Staatsvertrag seine Ziele langfristig erreichen kann.
Ausblick auf die kommenden Monate
Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob und in welchem Umfang die identifizierten Schwachstellen behoben werden, denn die Frist Ende 2026 lässt wenig Spielraum für weitere Verzögerungen. Vertreter der Aufsichtsbehörden arbeiten derzeit an detaillierten Szenarien, die sowohl eine Anhebung des Einsatzlimits als auch eine Umstellung der Steuer auf Bruttospielerträge umfassen, um die Wettbewerbsbedingungen gegenüber dem unregulierten Markt zu verbessern und gleichzeitig die Kanalisierungsrate nachhaltig zu erhöhen.
Schluss
Zusammenfassend zeigt die laufende Überprüfung des GlüStV 2021, dass die bisherigen Regelungen zwar klare Ziele im Bereich des Spielerschutzes verfolgen, ihre konkrete Ausgestaltung jedoch zu unerwünschten Markteffekten geführt hat, die nun durch gezielte Anpassungen korrigiert werden sollen. Die Diskussionen im Mai 2026 deuten darauf hin, dass sowohl eine moderate Erhöhung der Einsatzgrenzen als auch eine Verlagerung der Besteuerung auf den Bruttospielertrag als realistische Optionen auf dem Tisch liegen, um den regulierten Markt attraktiver zu gestalten und die Abwanderung in den Schwarzmarkt einzudämmen. Wie sich diese Überlegungen letztlich im Abschlussbericht niederschlagen, bleibt abzuwarten, doch die bisherigen Analysen liefern klare Hinweise darauf, dass Anpassungen notwendig sind, um die ursprünglichen Ziele des Staatsvertrags nachhaltig zu erreichen.